



VLOG · Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche in Spanien
Rechtlicher Rahmen
Die Grundlage bildet das Gesetz Ley 10/2010 vom 28. April 2010 zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Es verpflichtet Banken, Notare, Anwälte und Immobilienmakler zur Identitätsprüfung (KYC – Know Your Customer) und zur Überwachung finanzieller Transaktionen (AML – Anti Money Laundering).
Ergänzende Vorschriften wie das Real Decreto 304/2014 konkretisieren die Pflichten und Verfahren.
Verpflichtete Berufsgruppen
Als „sujetos obligados“ gelten u. a.:
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Kreditinstitute und Finanzdienstleister
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Notare und Grundbuchbeamte
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Rechtsanwälte bei Immobilientransaktionen
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Immobilienmakler und Vermittler
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Wirtschaftsprüfer und Treuhänder
Diese Akteure müssen die Identität ihrer Kunden prüfen, wirtschaftlich Berechtigte ermitteln und verdächtige Transaktionen an die SEPBLAC (Servicio Ejecutivo de la Comisión de Prevención del Blanqueo de Capitales) melden.
KYC‑ und AML‑Pflichten im Immobilienkauf
Beim Immobilienerwerb auf Fuerteventura sind folgende Nachweise erforderlich:
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Gültiger Ausweis oder Reisepass
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NIE‑Nummer (Número de Identificación de Extranjero)
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Kontoauszüge und Herkunftsnachweise der Mittel
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Steuerunterlagen oder Einkommensnachweise
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Bei juristischen Personen: Handelsregisterauszug, Gesellschafterliste, Nachweis des wirtschaftlich Berechtigten
Ohne diese Dokumente darf kein Notar den Kauf beurkunden. Banken und Anwälte sind verpflichtet, die Herkunft der Gelder zu prüfen und zu dokumentieren.
Rolle der Notare und Banken
Notare sind zentrale Kontrollinstanzen. Sie müssen die Identität aller Beteiligten bestätigen und die Herkunft der Gelder erfassen.
Bei Verdachtsmomenten sind sie verpflichtet, eine Meldung an SEPBLAC zu übermitteln. Banken führen parallel interne AML‑Prüfungen durch und dürfen Zahlungen nur nach erfolgreicher Verifizierung annehmen.
Register der wirtschaftlich Berechtigten (RCTIR)
Seit 2023 existiert das Registro Central de Titularidades Reales (RCTIR).
Es ermöglicht die Abfrage der wirtschaftlich Berechtigten von Gesellschaften und Stiftungen. Notare, Anwälte und andere Verpflichtete können dort Informationen einholen, um Eigentumsstrukturen transparent zu machen.
Sanktionen bei Verstößen
Verstöße gegen die Geldwäschegesetze führen zu hohen Bußgeldern und strafrechtlichen Konsequenzen. SEPBLAC kann Geldstrafen bis zu mehreren Millionen Euro verhängen.
Auch Immobilienmakler und Notare können haftbar gemacht werden, wenn sie Prüfpflichten vernachlässigen.
Bedeutung für Käufer und Verkäufer
KYC und AML sind keine Formalität, sondern gesetzliche Pflicht.
Sie schützen Käufer, Verkäufer und den Markt vor Betrug und Geldwäsche.
Eine vollständige Dokumentation beschleunigt den Kaufprozess und ermöglicht Zugang zu Off‑Market‑Immobilien, die nur geprüften Käufern offenstehen.
Empfohlene Vorgehensweise
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Frühzeitige Zusammenstellung aller KYC‑Unterlagen
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Prüfung durch Anwalt oder Berater vor dem Notartermin
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Klärung der Zahlungswege und Herkunftsnachweise
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Bei Firmenkäufen: RCTIR‑Abfrage und Offenlegung der wirtschaftlich Berechtigten
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Dokumentation aller Schritte für SEPBLAC‑Konformität
Kurzfazit
Spanien verfolgt eine der strengsten AML‑Politiken Europas.
KYC‑Prüfungen sind zwingend vorgeschrieben und bilden die Grundlage für jeden rechtssicheren Immobilienkauf.
Sie gewährleisten Transparenz, schützen Eigentümer und Käufer und sind Voraussetzung für den Zugang zum AMV Off‑Market‑Portfolio.
